TRAS protestiert gegen die Wieder-Inbetriebnahme des AKW Fessenheim

Medienmitteilung vom 7.11.2011

Seit Sonntag, 6.11.2011, 3.35 Uhr, ist Block 1 des Atomkraftwerks Fessenheim wieder in Betrieb. Zwar ist die Zehnjahresrevision beendet, die Öffentlichkeit wurde jedoch dahingehend informiert, dass das AKW Fessenheim vor einer Wieder-Inbetriebnahme zusätzlich im europäischen Stresstest auf seine Sicherheit überprüft wird. Der Trinationale Atomschutzverband TRAS protestiert mit aller Entschiedenheit gegen dieses unverantwortliche und unangekündigte Wiederanfahren des ältesten Atomkraftwerks von Frankreich durch die EDF.


Noch im Juli hatte die französische Aufsichtsbehörde ASN einer Weiterführung des Betriebs von Fessenheim nur unter der Auflage einer Verstärkung der Fundamentplatte und zusätzliche Sicherheitsinstallationen für den Ausfall des Kühlsystems zugestimmt. Zusätzlich hatte die Aufsichtsbehörde eine Weiterführung von Fessenheim ausdrücklich unter dem Vorbehalt zusätzlicher Sicherheitsprüfungen nach dem Unfall von Fukushima zugestimmt. Auch die französische Ministerin für Ökologie, Nathalie Kosciusko-Morizet, hatte im Juni gegenüber den Medien erklärt, dass ein Beschluss der französischen Regierung für eine Verlängerung des Betriebs von Fessenheim nur auf der Grundlage der Schlussfolgerungen aus zusätzlichen Sicherheitsüberprüfungen nach Fukushima erfolgen kann. Vor diesem Hintergrund ist die Wieder-Inbetriebnahme des Reaktorblocks 1 von Fessenheim unverständlich und im Widerspruch zu den bisherigen Verlautbarungen von Seiten der französischen Behörden.


Mit der Wieder-Inbetriebnahme ignoriert die EDF auch den klaren Willen einer Vielzahl von Gemeinden aus der Umgebung von Fessenheim, d.h. vom Oberrhein und aus der Nordwestschweiz, welche sich nach dem Unfall von Fukushima mit Resolutionen für eine definitive Stillegung des AKW ausgesprochen haben. Eine (unvollständige) Liste von 166 öffentlichen Körperschaften aus Frankreich, Deutschland und der Schweiz, die diese oder gleichlautende Resolutionen verabschiedet haben, ist dieser Medienmittelung angehängt.


Zurzeit klagt TRAS in zweiter Instanz beim französischen Berufungsgericht für die endgültige Schliessung von Fessenheim. Gleichzeitig forderte TRAS in der Folge der Havarie in Fukushima von den französischen Ministerien für Ökologie, Ökonomie und Energie, sowie bei der ASN ein sofortiges Abschalten, resp. die Nichtwiederinbetriebnahme des Atomkraftwerks. TRAS fordert die verantwortlichen Stellen dringend auf, dafür zu sorgen, dass Block 1 umgehend wieder abgeschaltet wird.


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