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Klage gegen Fessenheim

 

26.04.2015_Fessenheim jetzt schliessen - bevor die Katastrophe eintritt

                    Rede von Ruedi Rechsteiner an der Kundgebung von Fessenheim zum Tschernobyl-Tag

17.12.2014 TRAS-Medienmitteilung: Einspruch gegen die wasserrechtlichen Bewilligungen für das AKW Fessenheim

 

16.12.2014_Der Einspruch von Corinne Lepage, Paris, erstellt im Auftrag von TRAS und versendet an die EDF mit Kopie an

                    die ASN (Französische Nuklearsicherheitsbehörde)
                    Französische Originalversion / Version originale

                    ATPN – demande de mise en sécurité de la centrale :

                    Observations sur le dossier de déclaration de modification relatif aux prélèvements d’eau et aux rejets dans 
                    l’environnement des effluents liquides et gazeux de la centrale nucléaire de Fessenheim

                    Deutsche Übersetzung

 

12.12.2014_Expertise zur beantragten wasserrechtlichen Neugenehmigung des EdF-AKW Fessenheim / Vollversion

 

12.12.2014_Etude du dossier de renouvellement des autorisations sur l'eau de la centrale nucléaire EDF

                    de Fessenheim / Version complète 

 



  • "Kleiner" Mustereinspruch Fessenheim

    Liebe Freundinnen und Freunde,
    der Trinationale Atomschutzverband TRAS hat mit Unterstützung des Bund für Umwelt und Naturschutz, Landesverband Baden-Württemberg eine sehr umfangreiche Stellungnahme in Auftrag gegeben. Diese 16-seitige Expertise ist für die TRAS-Mitgliedsgemeinden und Mitgliedsverbände gedacht und sie wird in den nächsten Tage fertiggestellt und ins französische übersetzt.

    Der unten stehende "Kurzeinspruch" ist für Einzelpersonen, kleine Organisationen, BI´s und Verbände gedacht.

    Für Eure Stellungnahme gibt´s zwei Varianten:
    • a) Einfach Euern Briefkopf einsetzen, prüfen ob Ihr "ich oder wir" schreiben müsst und bis spätestens 21.12  an die angegebenen beiden Mailadressen senden. (Es ist ein wenig befremdlich, dass der Einspruch nicht an die Kontrollbehörde, sondern an die EDF geht...)
    • b) Den vorgegebenen Text übernehmen, eigene, bisher fehlende Aspekte und Betroffenheiten einfügen und den vorgegebenen Text ergänzen, kürzen, erweitern... (Diese Variante ist besser)

    Liebe Grüße
    Aernschd Born, TRAS, Basel
    Axel Mayer, BUND, Freiburg
    (Mit einem herzlichen "Dankscheen" an alle die in großer Eile mitgeholfen haben diese Texte zu erarbeiten, insbesondere an Jürg & Nik!)




  • An die Électricité de France (EdF)
    fessenheim-arpe@edf.fr
    communication.fessenheim@edf.fr

    Ort, Datum

    Betrifft:
    Antrag der Electricité de France SA (EDF)auf Änderung der bisherigen Erlaubnis für Entnahme von Wasser und dessen Abgabe in den Rheinseitenkanal sowie die Abgabe von gasförmigen Stoffen an die Luft in dem von ihr betriebenen Kernkraftwerk in Fessenheim


    Sehr geehrte Damen und Herren,

    im Zusammenhang mit dem laufenden öffentlichen Anhörungsverfahren betreffend Wasserentnahme und Einleitung von Abwässern in den Rhein durch das AKW Fessenheim senden ich Ihnen die folgende Stellungnahme. Ich fordere Sie auf meine Argumente ernsthaft in Erwägung zu ziehen. Aus meiner Sicht sollte dem Antrag in seiner aktuellen Form von der Bewilligungsbehörde nicht stattgegeben werden.
    Der Antrag der Électricité de France für eine Neugenehmigung der Einleitungen von Abwärme und radioaktiven Stoffen sowie weiteren Abwasserinhaltsstoffen in den Rhein basiert auf einer Umweltverträglichkeitsprüfung, die als rechtsfehlerhaft zu betrachten ist: We­sent­liche Umweltaspekte wurden nicht oder nur mangelhaft berücksichtigt. Damit werden die Anforderungen an eine Umweltverträglichkeitsprüfung nicht erfüllt. Die Genehmigung des Neuantrags der EdF wäre demzufolge ebenfalls rechtsfehlerhaft.

    Im Einzelnen kritisiere ich:

    • 1. Die beiden Reaktorblöcke des Atomkraftwerkes (AKW) Fessenheim verfügen über keine Kühltürme. Damit müssen zwei Drittel der Primärenergie direkt in den Rhein abgeleitet werden. Aufgrund der kontinuierlichen Einleitung von 3.600 Megawatt „Wärmemüll“ will die EdF weiterhin den gesamten Abfluss im Grand Canal d’Alsace (Rheinseitenkanal) um drei bis vier Grad auf bis zu 29 Grad Celcius aufwärmen. Damit ist und bleibt das AKW Fessenheim der mit weitem Abstand größte Abwärmeeinleiter im gesamten Rheineinzugsgebiet. Die jetzt vorgesehene Reduzierung der Rheinwassererwärmung bleibt marginal. Die Abwärmeeinleitungen aus dem AKW Fessenheim satteln sich auf die Rheinwassererwärmung auf, die ohnehin schon durch den Klimawandel stattfindet. Die UVP berücksichtigt nicht die heutigen Erkenntnisse über die Schädigungen der Gewässerökologie und der Trinkwassergüte durch die Ab­wär­me­­ein­leitungen.

    • 2. Millionen Menschen am Mittel- und Niederrhein sowie in den Niederlanden wer­den mit Rheinuferfiltrat versorgt. Je wärmer das Rheinwasser und damit das Rheinuferfiltrat werden, desto eher muss befürchtet werden, dass es zu mikrobiologischen Verschlechterungen der Trinkwassergüte kommt.

    • 3. Gegenüber kaltwasserliebenden „Langdistanzwanderfischen“ wirkt die Abwär­me­einleitung als „thermische Barriere“. Die Wahrscheinlichkeit, dass Lachse, Meerforellen und andere Fische ihre angestammten Laich- und Jungfisch-Lebensräume erreichen, wird dadurch eingeschränkt. Dies gefährdet auch die Ziele der EG-Wasserrahmenrichtlinie. Die französische und die deutsche Wasserwirtschaftsverwaltung sehen im Rahmen der Umsetzung der Richtlinie für den Grand Canal d’Alsace und die unterhalb liegenden Rheinabschnitte bis Iffez­heim vor, dass das „gute ökologische Potential“ erreicht wird. Zum „guten ökologischen Potenzial" gehört auch, dass die „Langdistanzwanderfische“ ungehindert ihre angestammten Lebensräume erreichen können.

    • 4. Im Kühlwassereinlauf des Atomkraftwerkes werden durch den gewaltigen Sog jährlich Millionen Fische getötet. Dies bedroht u.a. die Aale, die ohnehin vom Aussterben bedroht sind. Damit verstößt der Weiterbetrieb des Atomkraftwerkes auch gegen die EU-Aalverordnung.

    • 5. Im Hinblick auf die Schädigung der Gewässerökologie wird in der UVP nicht berücksichtigt, dass alternative Energieumwandlungsstrategien sowie Maßnahmen zur Energieeinsparung und Energieeffizienzerhöhung zur Verfügung stehen. Diese „besseren Umweltoptionen“ im Sinne der EG-Wasser­rahmen­richt­linie und der EU-Energieeffizienzrichtlinie erlauben die sofortige Abschaltung des Atomkraftwerkes Fessenheim.

    • 6. Für den Fall, dass es zu einem Auslaufen (Leckschlagen) des Grand Canal d’Alsace kommen sollte, fehlen in der UVP Angaben zur Kühlwassernotversorgung.

    • 7. In der UVP wird nicht nachgewiesen, dass die Einleitung des radioaktiven Tritiums tatsächlich nach dem Stand der Technik reduziert wird. Der EdF-Antrag sieht eine Tritium-Belastung des Rheinwassers mit bis zu 280 Bequerel Tritium pro Liter vor.

    • 8. Um die Korrosion im Sekundärkreislauf der beiden Reaktorblöcke zu reduzieren, beantragt die EdF den Einsatz von giftigen Korrosionsverhinderungsmitteln (Ethanolamin, Hydrazin). Kommt es bei diesen Giftstoffen zu einem Unfall, sind schwerwiegende Schädigungen des Betriebspersonals – und damit der Steuerungsfähigkeit und der Kontrolle der Reaktoren – zu befürchten.

    • 9. Eine Energiebereitstellung,die mit gigantischen Mengen von „Wärmemüll“ die Rheinökologie und die Trinkwasserversorgung beeinträchtigt, die den Tod von Millionen Fischen pro Jahr im Kühlwassereinlauf zur Folge hat,
      die die Einleitung von Billionen Bequerel radioaktivem Tritium pro Jahr nicht verhindern kann und die notgedrungen auf dem Einsatz von giftigen Korrosionsverhinderen beruht, ist per se nicht nachhaltig und darf nicht genehmigt werden.

      Die Französische Republik sollte die EdF daran hindern, das abgeschriebene Uralt-AKW Fessenheim mit möglichst hoher Rendite – aber auf Kosten der Umwelt, der Anwohner und der Trinkwasserkonsumenten – noch auf unabsehbare Zeit weiter zu betreiben.

      Aus meiner Sicht sollte dem Antrag in seiner aktuellen Form von der Bewilligungsbehörde nicht stattgegeben werden und beide Reaktoren des AKW Fessenheim sollten schnellstmöglich abgeschaltet werden."

    Mit freundlichen Grüßen

  •       Homepage :  http://www.asn.fr
  •       Tel : 33.1.46.16.40.00

 

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