NWA-Schweiz
Verband Aktuell Fakten
  Mitglied werden | Spenden | Links | Kontakt | Inhalt drucken inhalt drucken
Beznau

 

GreenLine01

 

Christian Küppers, Öko-Institut e.V., D-Darmstadt

DER EU-STRESSTEST UND DIE RISIKEN IM AKW BEZNAU / die Präsentation - die Folien

Vortrag auf der TRAS-Mitgliederversammlung 2013

Basel, 25. Juni 2013

TRAS TVTRAS-TV: Referat von Christian Küppers, stellvertretender Bereichsleiter für Nukleartechnik und Anlagesicherheit, Öko-Institut Darmstadt: "Der EU-Stresstest und die Risiken im AKW Beznau"- 19:06

 

GreenLine01


Gutachten des Öko-Institutes und des Physikerbüros Bremen
Analyse der Ergebnisse des EUStresstest Teil 2:
Beznau

                                                                                           

GreenLine01

13.3.2013 | Brief von Ministerium für Umwelt, Baden-Württemberg an TRAS:

                    "Erdbebengefährdung der Kernkraftwerke in der Schweiz"

GreenLine01


Beznau: Flutrisiken werden massiv unterschätzt
Während die Axpo das Flut-Risiko für das AKW Beznau kleinrechnet, sucht eine Arbeitsgruppe des Bundes nach der richtigen Methode. Zum Dokument
                                                                                           

GreenLine01


Gefahrenquelle Atomkraftwerk Beznau
(Zusammenfassung)
 
Die Atomenergie ist eine Gefahr für Mensch und Umwelt. Umweltbelastend, krank machend und sogar tödlich sind die Folgen des Uranabbaus, der Urananreicherung und die Herstellung der Brennelemente.

Auch im so genannten Normalbetrieb gibt das Atomkraftwerk Beznau krebserzeugende Radioaktivität an die Umwelt ab.

Ein schwerer Unfall oder Terroranschlag ist beim ältesten AKW der Welt jederzeit möglich kann das Leben und die Gesundheit von hunderttausenden Menschen in Gefahr bringen und große Gebiete dauerhaft unbewohnbar machen.

Atomkraftwerke und Atomwaffen sind "siamesische Zwillinge" und die "zivile" Nutzung der Atomenergie führt zur weltweiten Weiterverbreitung von Atomkraftwaffen. Miondestens so problematisch und unsicher wie das Kernkraftwerk Beznau sind die Wiederaufarbeitungsanlagen. Die Macht und der Einfluss der Schweizer Atomkonzerne Axpo und Nagra auf die Politik sind undemokratisch. Mit einer vorgeschobenen Klimapropaganda versuchen sie von ihrer Mitverantwortung für den Klimawandel abzulenken. Der heute im AKW Beznau produzierte Atommüll muss eine Million Jahre sicher gelagert werden und gefährdet das Leben zukünftiger Generationen auf dieser Erde.



Atomkraftwerk AKW Beznau
Das Uralt - Kernkraftwerk Beznau, kurz KKB, strahlt auf dem Gebiet der Gemeinde Döttingen (Kanton Aargau, Schweiz) auf einer künstlichen Insel im Fluss Aare, nahe der Mündung in den Rhein. Es besteht aus zwei identischen Blöcken (Beznau 1 und 2), die mit Druckwasserreaktoren von Westinghouse mit je 365 MW elektrischer Leistung bestückt sind. Gekühlt wird mit dem Wasser der Aare die durch Tritium radioaktiv belastet wird. Eigentümer und Betreiber sind die Nordostschweizerischen Kraftwerke (NOK).

Beznau 1 ist das erste und damit älteste Kernkraftwerk der Schweiz. Die NOK begann 1957 mit der Planung für ein Grosskraftwerk und entschied sich 1964 für die Gefahrenoption Kernenergie.

1969, vier Jahre nach Baubeginn,
nahm Beznau 1 den Betrieb auf. 1972, nach einer Bauzeit von fünf Jahren, ging der baugleiche Block Beznau 2 ans Netz. Das Hauptproblem des AKW Beznau ist die Überalterung der Atomanlage und die Versprödung der Reaktordruckgefäße. Aus diesen technischen Gründen muss bei den beiden Blöcken bis zum Jahr 2013 der Reaktordeckel der Druckbehälter sowie die Steuerstabantriebe ausgewechselt werden. Die Investitionen belaufen sich auf rund 100 Millionen Franken. Das altersschwache AKW wird aufgehübscht. Die maroden Druckgefäße allerdings lassen sich nicht austauschen.

Ein schwerer Atomunfall oder ein Anschlag auf das AKW Beznau würde die Schweiz unbewohnbar machen. Es ist erstaunlich, dass gerade die Atomlobbyisten in den konservativen Parteien der Schweiz vor diesen Gefahren die Augen verschließen. Ansonsten wird "Heimatschutz" ja groß geschrieben.

TERROR

Die Gefährdung des AKW Beznau durch potentielle Anschläge und Terror wird in der politischen Debatte gerne verdrängt und ausgeblendet. Doch die sogenannte friedliche Nutzung der Atomenergie hat die Büchse der Pandora weit geöffnet. Für Atom - Terrorismus gibt es vier denkbare Wege:
  • Aus spaltbarem Material (Plutonium-239, hochangereichertes Uran-235...) könnte ein nuklearer Sprengkörper einfachster Technologie gebaut werden
  • Verwendung einer (gestohlenen) Atombombe aus Beständen regulärer Armeen
  • Radioaktives Material kann mit Hilfe einer geeigneten technischen Vorrichtung in der Umwelt verbreitet werden, um eine radioaktive Verseuchung zu schaffen (Schmutzige Bombe)
  • Direkter Angriff auf ein Atomkraftwerk, einen Castortransport, eine Wiederaufarbeitungs-anlage oder sonstige Atomanlage
Während die Punkte 1 und 2 technisch extrem aufwendig und sehr unwahrscheinlich (aber nicht ausgeschlossen) sind, müssen die letzten beiden Punkte als konkrete Bedrohungen angesehen werden. Ein Anschlag mit "modernen" panzerbrechenden Waffen auf das AKW hätte verheerende Auswirkungen. Panzer- und bunkerbrechende Waffen aller Art gehören leider schon lange zum gängigen Waffenarsenal im Bereich des Terrorismus. Solange das AKW Beznau nicht abgestellt ist, gehört es zumindest besser gesichert als bisher.

Flugzeugabsturz und das AKW Beznau

Eine geheimgehaltene Studie der deutschen "Gesellschaft für Anlagen- und Reaktorsicherheit" über die Terror-Anfälligkeit von Atomkraftwerken wurde vom Nachrichtenmagazin NEWS veröffentlicht.
Auszug:

Terroristen sind mit jeder Art von Passagierflugzeug in der Lage, den atomaren Super-GAU auszulösen. Wenn nur ein Triebwerk eine Reaktorgebäudewand durchdringe und einen Brand auslöse, sei die Beherrschung des atomaren Ernstfalls "fraglich". Selbst ein "Treffer des Daches des Reaktorgebäudes durch Wrackteile mit Absturz eines Dachträgers in das Brennelementbecken" führe zu einer "begrenzten Freisetzung" von Radioaktivität aus dem Brennelementlagerbecken. Wird in diesem Fall auch noch Kühlwasser verloren und entsteht ein Treibstoffbrand - wie es beim World Trade Center der Fall war - rechnen die Experten mit "erheblicher Freisetzung aus dem Brennelementlagerbecken".

Auch Beznau ist ein schlecht geschütztes Kernkraftwerk. Es kann nicht angehen, angesichts dieser Gefahren den Kopf in den Sand zu stecken. Nicht einmal die "nächste" Atomkraftwerksgeneration, der Europäische Druckwasserreaktor (EPR), könnte einen gezielten Anschlag überstehen. Nach einem Anschlag mit modernen Waffen oder einem Flugzeug auf das Atomkraftwerk würde das weite Umland aufhören, in der bisherigen Form zu existieren.

 
Der Tagesanzeiger über eine Rekordzahl von Pannen im AKW Beznau (7.2.1008)

“2008 hat für die Betreiber der zwei Reaktorblöcke von Beznau nicht besser begonnen als das letzte Jahr aufgehört hat: Mit einer weiteren Panne. Am 31. Januar morgens um sechs Uhr kam es im Reaktorblock II zu einer unvorhergesehenen Schnellabschaltung. Zuvor war die Stromversorgung von mehreren Anzeigeinstrumenten im Haupt-Kommandoraum des AKW ausgefallen. Dadurch fielen auch zur Regelung der Reaktorleistung benötigte Signale aus. Das wiederum führte zu einer automatischen Reduktion der Reaktorleistung. Die Wachmannschaft reduzierte deshalb auch die Turbinenleistung. Weil ihr die dazu notwendigen Anzeigeinformationen fehlten, konnte sie nicht verhindern, dass auch ein automatisches Abblasen von Frischdampf ausgelöst wurde. Um 6.19 Uhr löste die Mannschaft aus Sicherheitsgründen schliesslich manuell eine Schnellabschaltung des Reaktors aus und konnte die Anlage so stabilisieren. Der defekte Anlagenteil wurde lokalisiert und ersetzt. Im Laufe des Nachmittags konnte Reaktor II den Betrieb wieder aufnehmen. Dieser jüngste Zwischenfall in Beznau reiht sich ein in eine Serie von Pannen im Jahr 2007: Von den insgesamt 13 meldepflichtigen «Vorkommnissen» – so der Fachbegriff – in den Schweizer Atomkraftwerken, ereigneten sich letztes Jahr 8 allein in Beznau. Das teilte die Hauptabteilung für die Sicherheit der Kernanlagen (HSK) Mitte Januar mit. Noch nie zuvor ist es in einem Schweizer AKW zu einer derartigen Häufung von Pannen gekommen: Bisher hatte Leibstadt mit sechs Vorkommnissen in einem Jahr den unrühmlichen Rekord gehalten.”